Ich muss gestehen, ich selbst war ebenso aufgeregt vor unserer ersten Übung in Aktzeichnen. Auch wenn mein Verstand mit flüsterte, dass sich das Modell aus rein künstlerischen Gründen unseren Blicken aussetzte, sagte mir mein Gefühl, dass nicht nur die beiden Kommilitonen sich an ihrem Anblick betören ließen – auch ich fand die Vorstellung, dass sich das Modell bewusst unserer Begierde aussetzte, erregend.
Das Model stellte sich als Martina vor und war eine professionelle Stripperin. Sie war jung und hatte einen Körper, für die ich sie endlos beneidete: lange Beine, volle Rundungen und vor allen Dingen zwei pralle Möpse, die bei jeder ihrer Bewegungen auf und ab hüpften.
Sie war durch und durch Profi. Selbst als sie ihre Jacke auszog, war jede Bewegung eingeübt. Und als sie dann aus ihrem engen, kurzen Rock schlüpfte, ihr Top über den Kopf zog und sich schließlich aus den exquisiten Wäschestücken schälte, starrten sie alle Augen im Raum gefesselt an.
Herr Gibbs bat sie nun, eine Pose zu wählen und eine Zeitlang darin zu verharren. Wir bekamen jeweils zehn Minuten, um sie in der gewählten Pose zu zeichnen, bevor sie eine andere Pose wählte.
Auch ihre Posen waren perfekt einstudiert und jede für sich war hinreißend. Eilig bemühte ich mich, mit einem Kohlestift ihre Körperhaltung festzuhalten, doch so ganz ruhig war ihre Pose dann doch nicht. Mal machten sich ihre Hände selbständig, wanderten über ihren Körper oder spielten mit ihren festen Nippeln. Oder sie drehte den Kopf, lächelte zu den Jungs rüber und öffnete langsam die Schenkel.
“Bitte bleib so!”, riefen ein paar von uns ihr mehrfach zu, doch dann hatte sie schon wieder vergessen, wie sie gesessen hatte.
“Neue Pose!”, kommandierte Herr Gibbs als die Zeit um war. Ich riss das halb vollendete Blatt von meinem Block und begann mit der Skizze der neuen Pose, doch auch diese hielt sie nicht lange, begann mit ihren Hüften hin und her zu rutschen und warf Herrn Gibbs eine Kusshand zu.
“Stopp!” Unser Dozent hatte nach dem dritten Versuch die Nase voll. “So geht das nicht weiter. Ich habe dir fünfzig die Stunde bezahlt, ein Vielfaches, was Aktmodelle sonst bekommen. Dafür erwarte ich aber professionelles Posing und nicht so ein Gezappel. Also zieh dich an.”
Dann sah er in die Runde. “Es tut mir leid”, fuhr er fort. “Aber so ist das Geschäft nun mal. Wenn sich also nicht einer von euch Damen berufen fühlt, uns als Muse zu dienen oder wenigstens verzweifelt genug ist, sich ein paar Euro mit leichter Arbeit zu verdienen, ist die Stunde wohl erst mal beendet.”
Er sah uns der Reihe nach an, auch die Jungs. Keiner regte sich. Ich sah zu den anderen Mädchen rüber. Rebekka hatte einen hübschen Körper, auch wenn sie sich nicht gerade mit der Stripperin messen lassen konnte. Die Blondine, die mich durch ihr Getue verabscheute, verkündete, das wäre für uns Studenten vollkommen ausgeschlossen und absolut undenkbar.
Rebekka tippte mich schließlich an und meinte: “Was ist mit dir, Jenni? Ich meine du hast eine tollen Körper und kannst die Kohle doch brauchen, oder?”
“Ach was, ich kann doch mit Martina niemals mithalten”, wandte ich ein. Im Vergleich zu ihr war ich flach und unscheinbar. “Außerdem kann ich nicht…”
“Quatsch, Jenni, du bist eine Ballerina!”, widersprach mir Rebekka. “Ich hab dich tanzen sehen. Ich wette du bist ein absolut hinreißendes Modell!”
Ich spürte, wie ich total errötete. Wie schaffte es Rebekka, mich auf diese Weise komplett bloßzustellen?!”
(Fortsetzung folgt)